Interview: Bürgermeister Alois Hasenauer

Interview: Bürgermeister Alois Hasenauer

Das Oberhaupt von Saalbach Hinterglemm gibt einen kleinen Einblick über (s)eine Gemeinde. Aus dem bike'n soul Magazin 2016 ...

 

Bürgermeister Alois Hasenauer über die Entwicklung (s)eines Ortes

 
 
Die Gemeinde Saalbach Hinterglemm entwickelte sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts vom kleinen Bergbauerndorf zum europäischen Hotspot für Touristen aller Art. Neben dem sportlichem Treiben im mittlerweile größten Skigebiet von Österreich hält der Ort seit einigen Jahren auch eine Ausnahmestellung im Mountainbike-Sektor inne. Wir baten Bürgermeister Alois Hasenauer zum Interview!
 
 
bike’n soul Magazin (B): Sehr geehrter Herr Bürgermeister, danke dass Sie sich Ihre wertvolle Zeit für das bike’n soul Magazin genommen haben. Der Bikesport ist in Ihrer Gemeinde mittlerweile ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in den Sommermonaten. Wie sehen Sie die ansteigende Tendenz der bikenden Sommergäste?
Bürgermeister Alois Hasenauer (AH): Grundsätzlich muss ich sagen, dass es mich sehr freut, dass sich die Anstrengungen der letzten Jahre in diesem Bereich bezahlt machen. Es ist schön zu sehen, dass die Leute unser Angebot im Ort annehmen und es ist vor allem schön zu sehen, dass wir mittlerweile ein sehr junges, sportliches Publikum bei uns haben. Das war ja nicht immer so.
 
 
B: Kann es sein, dass der Erfolg in den Sommermonaten der funktionierenden Kooperation von Bergbahnen, Tourismusverband und Gemeinde geschuldet ist? Oder wo sehen Sie den Unterschied zu anderen Bike-Regionen?
AH: Natürlich ist das sehr gute Zusammenspiel von Bergbahnen, Tourismusverband und Gemeinde hier wichtig. Wie bei allen großen Dingen die wir im Ort bewegen. Ich bin froh, dass alle drei Institutionen die Wichtigkeit der Thematik erkannt haben und hier Einigkeit herrscht. Der größte Unterschied zu anderen Regionen ist jedoch, dass bei uns auch die Grundstücksbesitzer den Sinn der Sache erkannt haben und uns ihre Flächen zur Verfügung stellen. Dies ist nicht selbstverständlich. Dafür möchte ich mich auch hier recht herzlich bedanken. 
 
 
B: Inwieweit ist die Gemeinde eigentlich in entstehende Bike-Projekte involviert?
AH: Verträge über Mountainbikestrecken und auch die ganze Thematik der Entschädigungen werden über die Gemeinde abgewickelt. Für die Umsetzung der einzelnen Projekte sind die Bergbahnen und der Tourismusverband zuständig.
 
 
B: Wo sehen Sie den Ort – den Bikesport betreffend – in 10 Jahren? Qualitätssicherung oder Ausbau?
AH: Ich denke, dass es beim Thema Bike noch sehr viel Potenzial gibt. Vor allem was den großen Bereich der E-Bikes betrifft. Es ist ja mittlerweile möglich, dass beinahe jeder mit dem Rad unsere Berge erklimmen kann. Das finde ich sehr positiv, und das ermöglicht uns auch ein viel breiteres Publikum mit dem Thema Radfahren ansprechen zu können. An erster Stelle muss wie überall die Qualität stehen, ganz klar.
 
 
B: Das Bikeangebot ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Gibt es noch Bereiche die dem Puls der Zeit angepasst werden müssen? Ich denke hier zum Beispiel an Radwege oder Orts-Durchfahrten. Schließlich teilt der bikende Gast die Gegend mit Wanderern und anderen Sommergästen.
AH: Es gibt natürlich auch bei uns einige Bereiche, die wir in den nächsten Jahren verbessern müssen. Vor allem müssen wir kritische Punkte, an denen sich Radfahrer und Wanderer/Fußgänger begegnen entschärfen. Es geht hier auch um das Verhalten in unseren Fußgängerzonen. Ich bin kein Fan von Verboten. Ich setze hier auf den Hausverstand aller Beteiligten und auch auf viel Aufklärungarbeit die wir machen müssen. Ich denke bei uns ist Platz für jeden – für den Radfahrer ebenso wie für den Wanderer. Es geht eben, wie so oft im Leben, um ein bisschen gegenseitige Rücksichtnahme.


B: Noch eine abschließende Frage: Treten Sie auch nach Dienstschluss gelegentlich selbst in die Pedale oder sind Sie lieber zu Fuß in der Bergwelt unterwegs?
AH: Wenn es die Zeit zulässt, bin ich sehr gerne mit dem Mountainbike aber auch mit meinem Rennrad unterwegs. Leider fehlt mir die Zeit dazu in den letzten Jahren ein bisschen. Mit meiner Familie bin ich aber auch sehr gerne zu Fuß in unserer schönen Landschaft unterwegs.
 
 
 
Vielen Dank für das Interview.

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