Karsten Lautenbach – bike’n soul Head-Guide im Interview

Hi Karsten, cool, dass du für uns Zeitgefunden hast.

Gerne – ich find’s auch cool, dass ich das lnterview mit euch machen kann!

War das Mountainbiken schon immer deine Leidenschaft?

Ja – das kann man wirklich so sagen. Seit meiner Kindheit bin ich schon immer sehr viel am Biken. Zu Beginn fast ausschließlich auf dem BMX-Bike. Später dann auf dem Mountainbike. Das Mountainbike bot mir dann nochmal viel mehr Möglichkeiten und einen größeren Abenteuer- und Erlebnisspielraum als das BMX-Bike. Es hat einfach unglaublich Spaß gemacht, in die heimischen Wälder zu fahren, neue Strecken zu entdecken und mit den Freunden dort irgendwelche Sprünge zubauen und Stunts zu machen (*lacht*)

Das Mountainbiken selbst ist ja heute sehr vielschichtig geworden. Von Marathon, Allmountain, Enduro, Freeride bis hin zu Downhill und seit einiger Zeit auch E-Biken. Wo fühlst Du Dich “zuhause”?

Meine große Leidenschaft ist das Endurobiken und Freeriden. Allerdings sind es gerade die unterschiedlichen Arten des Mountainbikens, die es für mich so spannend und abwechslungsreich machen. Daher fahre ich auch gerne Touren oder lasse es mit dem Downhill- Bike krachen oder mache auch eine ausgedehnte E-Bike-Tour.

Welches Bike fährst du zur Zeit?

Am häufigsten bin ich auf dem Rotwild R.E1 Enduro und dem Rotwild R.E+ E-Bike mit jeweils 160 mm Federweg vorne und hinten unterwegs. Beides sind wirklich unglaublich vielseitige Bikes, mit einem riesigen Einsatzbereich. Wenn es mal auf etwas gröbere Stecken wie die X-Line gehen sollte oder an größere Sprünge, fahre ich auch gerne das Rotwild R.G1.

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Welches war dein bisher schönstes Bike-Erlebnis?

Wenn ich ein Einzelnes herauszugreifen müsste, dann ist es wahrscheinlich eine Sonnenaufgangstour, die ich vor zwei Jahren mit Freunden gemacht habe. Wir sind damals früh in der Morgendämmerung mit den Bikes auf einen Gipfel, haben dort den Tagesanbruch und eine gute Jause aus dem Rucksack genossen. Später ging es dann über einen sensationellen Trail zur Alm, wo es dann das zweite Frühstück gab. Zum Abschluss dann wieder auf einem genialen Trail ins Tal und bei Traumwetter direkt an den Badesee…. Das war ein Mega-Tag!

Wie kam es, dass du als Großstädter ins Bike Mekka Saalbach-Hinterglemm gezogen bist?

Zum einen war´s die Leidenschaft am Biken und die Liebe zum Glemmtal. Für mich ist Saalbach-Hinterglemm nach wie vor eine der schönsten und vielseitigsten Flecken in Europa zum Biken. Zum anderen auch der Wunsch nach Veränderung. Ich hatte zwar davor schon mit der Bikebranche zu tun, wollte aber mehr auf dem Bikesattel und weniger auf dem Bürostuhl sitzen.

Die Freude am Biken mit anderen zu teilen ist darüber hinaus noch etwas, was mir täglich auf´s neue einen Riesenspaß macht.

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Wie war die Umstellung für dich vom „Daily Office Business“ zum täglichen Outdoor Sport?

Die Umstellung fiel mir tatsächlich sehr leicht und ich habe bis heute das Gefühl, genau das Richtige gemacht zu haben. Wobei man dazu sagen muss, dass der Outdoor Sport und das fast tägliche Draußensein mit Gästen ja nur in der Sommersaison zutrifft.

Was liebst du an deinem „neuen“ Leben am meisten?

Am Schönsten ist sicherlich an einem so schönen Ort und in den Bergen leben zu können und dort genau das zu tun, was einem am Herzen liegt. Es sind aber auch die Menschen. Da ich überwiegend mit Menschen zu tun habe, die im Urlaub sind oder gerne hier Urlaub machen möchten – was ja ein durch und durch positives Thema ist – sind alle von ihrer Grundstimmung her sehr entspannt.

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Das E-Bike erfährt ja zurzeit einen riesen Hype. Wie stehst du zu diesem Thema? Trend oder Zukunft?

Das E-Bike, speziell das E-Mountainbike, empfinde ich als eine großartige Bereicherung für den Bikesport und ich bin selbst mittlerweile ein riesen E-Bike-Fan. Ich hatte zu Beginn ein anderes und vermutlich völlig falsches Bild vom E-Biken. Wie viele, war ich anfänglich der Meinung, dass ein E-Bike erst Sinn macht, wenn ich irgendwann einmal nicht mehr in der Lage bin aus eigener Kraft den Berg zu erklimmen oder die Strecke zu bewältigen.

Als ich dann das erste Mal auf einem E-Mountainbike unterwegs war, ergab sich schnell ein vollkommen anderes Bild. Es hat mir einfach nur unglaublich viel Spaß gemacht.

Das geniale am E- Biken ist, dass man mit gleicher Anstrengung einfach viel weiter kommt und mehr Höhenmeter machen kann.

Also unterm Strich einfach mehr erlebt, mehr sieht, mehr Abfahrten in die Tour einbauen kann usw. Und wenn man möchte, kann man sich dabei sportlich genauso verausgaben, wie auf dem normalen Bike – man muss es aber nicht. Toll finde ich auch das E-Bike um konditionelle Unterschiede in einer Gruppe ausgleichen zu können. Es ist jetzt möglich, dass weniger gut konditionierte Biker mit sehr gut trainierten Bikern zusammen eine coole Tour fahren und gemeinsam Spaß haben können.Das war vor den E-Bikes so gut wie unmöglich.

Das E-Biken würde ich weniger als Trend sehen. Vielmehr als eine neue Disziplin des Bikens, welche ihren festen Platz im Bikesport weiter ausbauen und festigen wird.

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Welches sind Deine Top 3 Trails in Saalbach Hinterglemm und warum?

1. Pinzgauer Spaziergang

Landschaftlich einfach der Hit. Man hat ein traumhaftes Panorama und kommt an den Hacklberger Seen vorbei … einfach der Knaller! Aber bitte Achtung: Dieser Trail darf nur mit einem Guide befahren werden.

2. Wurzeltrail

Der Trail ist zwar technisch anspruchsvoll, kann aber mit etwas Übung gut von Einsteigern gemeistert werden. Aus meiner Sicht der beste Trail um eine gute und effiziente Linienwahl zu üben.

3. Panoramatrail + Monti Trail (ehemals Milka Line)

Spaß pur für Einsteiger und Profis! Mit maximalem Flow von einem Anlieger zum nächsten … gibt´s was Cooleres?

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Welchen Trail würdest du Anfängern empfehlen?

Unabhängig vom Trail ist es für Anfänger meist sehr sinnvoll an einem Fahrtechniktraining in der Gruppe teilzunehmen oder auch ein Einzeltraining zu buchen.

Hier können die wichtigsten Grundlagen für das sichere Biken am Berg und auf den Bikeparkstrecken entweder aufgefrischt oder erlernt werden. Die meisten Gäste sind komplett überrascht,welche Fortschritte sie selbst in nur 2 bis 2,5 Stunden Training unter professioneller Anleitung machen. Nach dem Training sollte es dann immer zuerst auf den Monti Trail (ehem. Milka Line) gehen.

Du bist überwiegend auf den Freeridetrails und Bikeparkstrecken unterwegs. Hast du einen Ausgleich zum doch manchmal sehr anspruchsvollen Freeriden?

Stimmt – das Bergabfahren im Bikepark und auf Freeridetrails ist tatsächlich anstrengender als viele vermuten. Zwischendurch fahre ich auch sehr gerne eine gemütliche Tour, lasse es mir auf einer Hütte gut gehen, lege mich mit einem Eis an einen See oder gehe eine Runde wandern.

Wir haben dich auf Insta & Co. ein bisschen gestalkt, Meditation scheint ja ein großes Thema für Dich zu sein. Wie kommt´s?

Meditation ist für mich ein genialer Weg um schnell viel Energie zu tanken, aber auch um Klarheit zu bekommen, wenn es darum geht Entscheidungen zu treffen. Den Begriff Mediation fasse ich aber für mich gerne etwas weiter. Es bedeutet für mich nicht ausschließlich sich hinzusetzen, die Augen zu schließen und in sich zu gehen. Meditativ kann für mich auch ein Spaziergang oder eine ganz relaxte Tour auf dem Bike sein.

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Karsten, wo findet man dich im Winter?

Viele gehen davon aus, dass man als Bikeguide automatisch im Winter als Skilehrer arbeitet. Bei mir ist es jedoch so, dass ich mich ganzjährig mit Bikethemen beschäftigen darf. In den Wintermonaten bin ich im bike´n soul InfoCenter. Dort kann man sich ganzjährig über unser Angebot rund ums Thema Biken informieren. Darüber hinaus machen wir dort die komplette Vorbereitung für die kommende Bikesaison, arbeiten neue Touren und Events für unsere Gäste aus und vieles mehr. Und in meiner Freizeit natürlich oft und viel auf der Skipiste.

Noch abschließend die Frage – wann geht es wieder auf´s Bike?

So schnell wie möglich (*lacht). Je nach Schneelage, geht es bereits im Mai mit den ersten Touren los.

Vielen Dank für die Einblicke und wir sehen uns auf den Trails!

 

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Name: Karsten Lautenbach

Hobbies neben dem Radfahren:
Musik hören, Wandern, Skifahren, Meditation

Lieblingsessen:
Linsen mit Spätzle und (Veggie)Saiten-Würstle ‚ (…was Schwäbisches aus meiner Heimat 😉 )

Lieblingsmusik:
Von Elektro über Funk bis Punk Rock und Heavy. Alles. Meine “Roots” liegen aber bei der elektronischen Musik.

 

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