INTERVIEW MIT DANIEL ROOS

DANIEL ROOS, GEBOREN IN GOOD OLD GERMANY MIT HANG ZUM PUNK UND HEAVY METAL. MALTRÄTIERT IN DER FREIZEIT LIEBEND GERNE SAITEN ALLER ART, STEHT AUF ADRENALIN-GETRÄNKTE SPORTARTEN IM WINTER WIE SOMMER, LIEBT POWDER* BEIM GASSI GEHEN UND GENIESST DAS LEBEN IN DEN BERGEN. ZEIT, DIE PERSON HINTER DER LINSE INS RAMPENLICHT ZU RÜCKEN! LADIES AND GENTLEMEN … SAY HELLO TO DANIEL ROOS …

*Powder heißt sein Hund 😉 (Anm. der Red.)

Bike-Magazin (B): Hallo Daniel, danke, dass du dich den Lesern vorstellst! Erzähl mal, wie hat es dich nach Saalbach verschlagen?

Daniel Roos (D): Vor ca. 15 Jahren war ich das erste Mal beim „Build and Ride“ Event in Hinterglemm. Damals habe ich für das deutsche Mountainbike Rider Magazin fotografiert. In den darauffolgenden Jahren war ich oft in Leogang und Saalbach zum Biken und Snowboarden und habe auch alle großen Bike-Events in der Region fotografiert. (26TRIX / Out Of Bounds Festival / Adidas Slopestyle und später das Freeride Festival).

Sam Pilgrim - © Daniel Roos

Bild: Portrait Sam Pilgrim – © Daniel Roos

B: Du bist Haus & Hof Fotograf von namhaften Herstellern, konntest mittlerweile einige Cover-Shoots auf dein Konto verbuchen, warst zwei mal im Redbull Illume Fotobildband und reist dank der Fotografie in der ganzen Welt umher. Drehen wir die Uhr einige Jahre zurück … Wie kamst du zur Fotografie? Vom Biken zum Fotografieren oder umgekehrt?

D: Vom Skateboarden zum Fotografieren!!! In meinen ganz jungen Jahren war ich ziemlich gut auf dem Skateboard. Damals habe ich immer mit Papas Canon Spiegelreflex fotografiert. Ich habe ca. 10.000 Dias zu Hause. HAHAHAHA
Spaß bei Seite. Es war immer schon mein Traum um die Welt zu reisen und mit der Sportfotografie Geld zu verdienen. Zuerst war es das Skateboard, heute ist es das Biken, Snowboarden, Ski fahren und alles was die Natur da draußen so hergibt. Leider wurde mein Traum erstmal auf Eis gelegt. Nach mehreren Schulpraktika bei Fotografen in meiner Heimat (800 Einwohner und ca. 15 km bis zur ersten Ampel) war meine Euphorie schnell am Boden. Zitat vom Ausbilder: „Was willst du werden? Sportfotograf? HAHAHAHA – mach ne Ausbildung als Elektriker, dann verdienst du wenigsten Geld“.

Da ich es aber nicht lassen konnte und meine ganze Jugend mit einer Kamera bewaffnet war, startete ich mit 27 von vorne und machte in einem großen Werbestudio in Wiesbaden eine zweite Ausbildung zum Fotografen.

In den ersten Jahren produzierten wir sehr viel Mode, machten diverse Kataloge und waren auch bei einer Staffel Germany’s Next Topmodel in Los Angeles dabei.

Parallel dazu produzierte ich einige Kochbücher und machte Werbefotos aller Art. In der Zwischenzeit veränderten sich meine Hobbys von Skateboarden auf Motocross und Mountainbike und dadurch natürlich auch die Motive vor der Linse. Ich kam immer tiefer in die Sportfotografie zurück und konnte das Gelernte aus der Mode und Werbung perfekt umsetzen. In den ersten Jahren der Mountainbike Bilder bauten die wenigsten Studioequipment im Wald auf. Das brachte mir auch schnell die ersten Titelbilder auf internationalen Magazinen. Auch bei der damals neuen „HDR Fotografie“ war ich einer der Ersten, der sie im Sport richtig anwenden konnte. Auch das brachte mir ein paar Titelbilder.

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Bild: Mountainbike Rider Magazine – © Daniel Roos

B: Du kommst mit deinem Beruf in die entlegensten Gegenden. Was war bisher dein coolster Trip, oder welche besonderen Erinnerungen nahmst du von dort mit nach Hause?

D: Da fällt mir spontan Israel ein. Dort war ich mit dem deutschen Bikehersteller YT-Industries zur Katalog Produktion der neuen Bikes. Ich bin mit gemischten Gefühlen in ein Land gefahren, das als „nicht sicher“ gilt. Dieser Trip hat mich sehr viel gelehrt. Wir hatten Bikeguides, die uns über ihre Geschichte und den Krieg erzählten, haben sehr nette und westlich orientierte, junge Menschen kennen gelernt.

Wir waren in einem Bikepark in Nazareth und sind eine alte 28 km lange Beduinen-Straße, genannt „Sugartrail“, von Jerusalem (826 Meter über Meeresspiegel) zum Toten Meer (428 unter Meeresspiegel) gefahren. Quasi Hacklberg Trail Deluxe – HAHAHA!

Am Ende des Trips bin ich mit soviel positiven Erfahrungen über das Land, die Kultur und die Menschen vor Ort nach Hause gefahren.
Aber eigentlich gibt es von allen Reisen coole Geschichten zu erzählen – da man meistens mit Einheimischen unterwegs ist und mehr über Land und Leute erfährt.

YT Industries - © Daniel Roos

Bild: Sugartrail in Israel – YT Industries – © Daniel Roos

B: Klingt extrem spannend! Was sind deine Lieblingsshoots? Stehst du eher auf Landschaften mit Bikern oder Tricks? Du bist ja mit Dirt-Jumps groß geworden – hilft dir das bei deinem Beruf?

D: Das ist richtig. Groß geworden bin ich mit Dirt-Jump Motiven. Am Anfang stand der Trick immer im Vordergrund. Das hat sich aber aus zweierlei Gründen geändert. Zum einen, sind die Trickkombinationen nur noch auf Film festzuhalten (360 tailwhip- bar-to-bar) und zum anderen bin ich hier in einem der schönsten Orte der Alpen. Da erklärt es sich ja von selbst, dass man die Landschaftsfotografie mit der Sportfotografie verbindet. Lieblingsshoots gibt es keine. Neue Hintergründe finden und mit geiler Action verbinden – das ist das Motto. Geschichten erzählen in einem Foto.

Marmot - © Daniel Roos

Bild: Marmot – © Daniel Roos

B: Mit welchem Bike bist du am liebsten in den Bergen unterwegs?

D: Auch hier habe ich zwei. Bikepark fahre ich am liebsten mit meinem Downhiller aber Abenteuer erleben und arbeiten genieße ich mit meinem
E-Freerider. Alte Männer – alte Beine!

B: Coole Mountainbike-Bilder zu knipsen klingt machbar, jedoch ist in der Praxis das Ergebnis selten zufriedenstellend. Hast du ein paar “Kurz-Tipps” für das Fotografieren auf den Trails oder bei Jumps?

D: Das würde jetzt zu tief in die Materie gehen. Wenn ihr euch dafür interessiert findet ihr im Netz eine Menge Material zum Thema Sportfotografie. Wichtig ist nur das Eine: Leidenschaft – wenn ihr die mitbringt werdet ihr auch schnell gut. In diesem Sinne – Danke und bis bald auf den Trails!

B: Danke für das Interview!

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Bild: Rider: Chris Embacher – © Daniel Roos

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