DAS WANDERN IST DES BIKERS LUST

AUS DEM bike’n soul MAGAZIN 2018:

Sie sind die Hüter der Wege, laben sich in Höhenluft sowie Weitblicken und kennen die verwinkeltsten Wege wie deren Westentaschen. Die Rede ist von den Wanderführern von Saalbach Hinterglemm. Richtig gelesen – Wanderführer! Denn nur ein Miteinander garantiert lässige Urlaubserlebnisse weit oben, egal ob Biker oder Wanderer. Und seien wir ehrlich, die meisten Wanderer sitzen auch öfters auf dem Bike und die meisten Biker frönen auch gerne mal per pedes dem alpinen Panorama. Wir stellen vor: Wanderführer  Hans Eder vom Tourismusverband Saalbach Hinterglemm.

Wanderführer Hans Eder

bike’n soul (B): Servus Hans, danke dass du dir die Zeit nimmst den Lesern einen Einblick in dein “montanes” Leben zu gewähren. Kannst du dich bitte kurz vorstellen?
Eder Hans (EH): Hallo, mein Name ist Hans Eder und ich bin gebürtiger Hinterglemmer. Ich arbeite beim Tourismusverband Saalbach Hinterglemm als “Wegmacher” und Wanderführer. Für die Leser, denen dieser Begriff nicht geläufig ist: Als Wegmacher bin ich zum Beispiel für die Beschilderung der Wanderwege und dementsprechend auch für die Instandhaltung der Wanderwege verantwortlich.
Als Wanderführer freut es mich irrsinnig, den Gästen unsere Heimat zu zeigen und die entlegensten Ecken unseres Tales gemeinsam mit den Gästen zu erkunden. Das ist immer wieder spannend und macht mir Spaß – langweilig wird es nie. Denn jeder Gast ist anders. Außerdem bin ich der Obmann der Salzburger Bergführer. Neben dem Wandern schlägt mein Herz auch für Klettersteige und Skitouren. In der Freizeit sitze ich sehr gerne am Mountainbike und ziehe in den Wintermonaten auf den Pisten des Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn meine Schwünge.

B: Als Wanderführer kommst du natürlich öfters in Kontakt mit Mountainbikern. Wie siehst du die gegenwärtige Situation mit den zwei großen Zielgruppen am sommerlichen Berg. Kommt man sich in die Quere oder überwiegt ein harmonisches Miteinander?
EH: Ich denke, dass dieses Miteinander recht gut funktioniert. Natürlich gibt es immer wieder schwarze Schafe unter beiden “Gruppierungen”, jedoch harmonieren Biker und Wanderer im Großen und Ganzen ausgesprochen gut. Schließlich wandern die Biker auch gerne mal und umgekehrt.

B: Was ist deine Meinung zu den “neuen” Shared Trails – also die Wege, welche von Bikern und Wanderern benutzt werden dürfen?
EH: Da bin ich eher skeptisch. Wenn es sich um sportliche Wanderer oder Biker handelt, wird es kein Problem sein. Auf Wegen, die von “normalen Touristen” genutzt werden, ist natürlich Konfliktpotential vorhanden. Ein Wanderweg ist meistens auch von der Streckenführung anders als ein Biketrail – das muss man berücksichtigen. Es liegt also an uns, genau abzuwägen, ob der betreffende Weg für beide Sparten geeignet ist oder nicht. Aber dieser Umstand wird seitens der Verantwortlichen genauestens beleuchtet. Aus diesen genannten Bedenken werden die Wege nicht wahllos zu “Shared Trails” auserkoren.

 

BIkerIn und Wanderer

 

B: Immer wieder verirren sich Mountainbiker auf die für Wanderer vorgesehenen Wege. Ist das ein Problem aus Sicht der Wanderer? Wenn es wirklich unbewusst passiert – wie soll sich der Biker am besten verhalten?
EH: Wenn das unbewusst passiert wird sich der Biker auch dementsprechend verhalten und Rücksicht nehmen. Dann wird es auch keine Schwierigkeiten mit den Wanderern geben. Demnach ist hier gegenseitige Rücksichtnahme unabdingbar. In so einem vielfältigen Wander- und Bikewege Netz kann das vorkommen.

B: Wie stellst du dir das ideale Aufeinandertreffen von Wanderern und Bikern in den Bergen vor?
EH: Nähert sich der Biker einem Wanderer oder einer Wandergruppe – egal ob von hinten wie von vorne – soll der Biker auf sich aufmerksam machen und das Tempo verringern wenn er auf Wanderer trifft. Und wünschenswert wäre ein freundliches Zurufen oder von vorne den Blickkontakt suchen. Bitte nicht mit lautstarker Vollbremsung von hinten die Wanderer “erschrecken”.
Der Wanderer wiederum soll dort wo es möglich ist, den Biker vorbeilassen. Seien wir ehrlich, auf vielen Hütten sieht man auf der Terrasse Wanderer und Biker in einer Runde, so soll es sein. Beide sind am Berg heimisch.  

B: Noch abschließend: Verrate uns noch deinen persönlichen Wandertipp! Schließlich will auch der Bikegast immer wieder mal die Natur zu Fuß erkunden.  
EH: Natürlich der Tristkogel im Hinterglemmer Talschluss. Ein toller Aufstieg wird hier mit einem atemberaubenden Weitblick über das ganze Tal und darüber hinaus belohnt.
Aber etwas ganz besonderes für mich ist ein Bike & Hike Tag. Hier fahre ich zum Beispiel mit meinem Mountainbike zur Forsthofalm und genieße dann eine Wanderung über das Henlabjoch zur Sonnspitze auf 2.062 m Seehöhe!

Danke vielmals für deine Worte und wir freuen uns auf eine gemeinsame Zukunft mit den Wanderern!

 

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LG MANUEL

 

Bildnachweis: Daniel Roos

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