WINTERTRAINING FÜR RADFAHRER

WINTERTRAINING FÜR RADFAHRER

Das perfekte Indoor Training

Wer kennt das nicht: dicke Regenwolken oder Schneegestöber, unangenehme Kälte, lästiger Wind oder einfach zu wenig Zeit. Ich denke jeder von uns, der mit Leidenschaft sein Rad durch die Gegend manövriert, kennt diese Momente. Man will sich körperlich betätigen, aber der innere Schweinehund verbündet sich mit dem schlechten Wetter. Kommt vor. Oder wenn man abends aus dem Büro kommt und die Dunkelheit einen verschluckt.
Die Hartgesottenen satteln dann den Heimtrainer oder wuchten deren Rad auf die freie Rolle und ergötzen sich an Fernsehbildern oder starren gegen die Wand. Wird langweilig mit der Zeit - zumindest den meisten. Wer trotzdem über die Wintermonate ordentlich Kilometer in die Beine bekommen möchte, für dieses Klientel gibt es seit fast 3 Jahren eine äußerst attraktive Lösung.

ZWIFT - die virtuelle Trainingssoftware

ZWIFT ist ein Programm, welches man sich einfach und bequem auf sein Endgerät laden kann. Das Programm wurde Ende 2014 in Kalifornien entwickelt und binnen kürzester Zeit entpuppte es sich als absoluter Renner in der Bike-Community. Vor allem Rennrad-Enthusiasten stürzten und stürzen sich in die virtuellen Welten von Watopia, London oder Richmond.
Egal ob Stand-PC, Laptop oder Smartphones und Tablet Computer. Das Programm funktioniert überall einwandfrei und zieht bereits nach der ersten Fahrt die meisten User in den Bann. Seien wir ehrlich, es macht ein bisschen süchtig! Warum? Ganz einfach, man steuert ähnlich dem Spielen auf Playstation und Co. einen virtuellen Avatar per Watt durch riesige Landschaften. Umso schneller man tritt, bzw. umso mehr Watt man erzeugt, desto schneller fährt dein virtuelles Ich. Aber der wirklich besondere Clou ist die soziale Komponente von ZWIFT. Man fährt buchstäblich mit der ganzen Welt. Egal ob Aussie oder Engländer, Rider aus China oder aus dem entlegensten Winkel der Erde. Alle aktiven Trainierer sind in den animierten Welten vereint. Man kann mit diesen Personen interagieren, gängige Zeichen aus dem Radsport setzen und sich natürlich mit ihnen messen oder einfach gemeinsam trainieren. Beinahe jede halbe Stunde wird von einer Gruppierung ein Event gelauncht, dem man beitreten kann. Außerdem gibt die Bedienoberfläche genaue Hinweise über die momentanen Watt, Pulswerte etc. Und logischerweise kann man auch ganz normal fahren und die Insel und Städte selbst erkunden.

Es ist möglich das Programm 7 Tage kostenlos zu testen bevor man ein monatlich kündbares Abonnement abschließt.

Was benötigt man um ZWIFT sinnvoll zu nutzen?

Idealerweise einen Smart-Trainer. Dieser verbindet sich mit deinem Endgerät und die Widerstände werden über die Landschaft gesteuert. Fährt man zum Beispiel in einen Anstieg, steigt auch der Widerstand an deinem Trainer. Und so werden die topographischen Gegebenheiten simuliert. Es geht natürlich auch ein normaler Hometrainer, wobei über die nachrüstbaren Sensoren zum Beispiel die Geschwindigkeit übertragen werden kann. Jedoch reizt man die Fähigkeiten des Programms nur mit der Kombination von Smart-Trainer und eben dem Programm ZWIFT aus.

Man benötigt natürlich ein Rad, vorzugsweise ein Rennrad, da hier die Kraftübertragung besser als mit einem Mountainbike funktioniert. Hat man ein Hardtail zuhause, dann sollte man am Hinterrad einen Slick aufziehen, oder man hat einen sehr hochwertigen Smart Trainer mit Direktantrieb. Diese sind aber relativ teuer.
Ich persönlich verwende auch einen Art Notenständer als Halterung für den Laptop. Dann kann man das Endgerät direkt vor dem Vorderrad platzieren und man taucht in diese Radwelten ein.

Die Verbindung zu ZWIFT

Dein Smart-Trainer verbindet sich via Bluetooth oder ANT+ mit deinem Endgerät und dem Programm ZWIFT. Ich nutze ein MacBook Pro und verbinde meinen Smart Trainer über Bluetooth mit dem Device. Zusätzlich kann man einen Bluetooth fähigen Brustgurt für die Pulsfrequenz mit dem System verbinden - das empfiehlt sich, um ein sinnvolles Training zu ermöglichen. Denn alleine über die Watt-Stärke können meist nur “Profis” trainieren. Generell sollte man vor lauter Übermut die Ausdauer-Einheiten wirklich ruhig bewältigen und dafür harte Reize über Intervalle setzen. Aber das hat sich mittlerweile in fast allen Ausdauer-Trainings herumgesprochen und nützt Amateuren wie Profis.

Die verschiedenen Welten

Derzeit, mit Stand November 2017, gibt es drei große Welten, um sein Training zu absolvieren. Die älteste dieser Welten ist Watopia. Eine Insel mit einem Vulkan, knackigen und sehr langen Bergankünften, einem Dschungel und vielen Erweiterungen. Besonders die neue Bergstrecke auf Watopia hat es in sich, ideal um als “Flachländler” Höhenmeter zu sammeln. Kontinuierlich versuchen die Entwickler die Welten zu vergrößern. Gewisse Abschnitte sind aber erst ab einem gewissen Level in ZWIFT befahrbar. Zum Beispiel bei Level 10 kann der im Oktober 2017 releaste Dschungel-Abschnitt absolviert werden. Neben Watopia wird auch London unsicher gemacht und der Weltmeisterschaftskurs von 2015 in Richmond.

Professionelle Athleten aus der UCI

Ja, es gibt wirklich Profis in ZWIFT. Reale Athleten wie Edvald Boasson Hagen, André Greipel, Georg Preidler und einige weitere Sportler tummeln sich auf den Strecken. Die Echtheit der virtuellen Auftritte dieser Pros wird seitens des Programms genauestens kontrolliert. Generell werden Unregelmäßigkeiten wie utopische Wattwerte in ZWIFT geahndet. Also das E-Bike spannt man lieber nicht den Smart-Trainer.

Die Belohnungen

Ein großer Anreiz in ZWIFT ist das Belohnungssystem. Umso mehr Kilometer man absolviert, umso mehr Goodies warten auf den Akteur. So kann man sein virtuelles Ich mit neuen Klamotten und Accessoires versehen, neue Laufräder oder sogar neue Rennräder verwenden. Also umso fleißiger man trainiert, umso individueller kann man seinen Avatar gestalten.

Optimiertes Indoor Training

Wirklich interessant wird das ganze Unterfangen, wenn man in den Workout Modus wechselt. Hier können vorgefertigte oder auch individualisierte Trainings absolviert werden. Hervorzuheben ist hier auch der ERGO Modus, wo “wattgenau” das vorher erstellte Trainings absolviert werden kann. Das manuelle Schalten fällt hier weg.

Nun konntet ihr einen groben Einblick über ZWIFT erhalten und ich bin mir sicher, den ein oder anderen Leser in Zukunft auf dem virtuellen Straßen von London, Richmond und Watopia unwissentlich zu treffen!

www.zwift.com

Bis bald,
Manuel


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