Künstler bei der Arbeit - Roland Hofer

Künstler bei der Arbeit - Roland Hofer

Sie sind die Heinzelmännchen hinter den Trails im Bike-Circus Saalbach Hinterglemm. Die Jungs versuchen mit Schaufeln, Kettensäge und Bagger ausgerüstet das Bestmögliche aus den Strecken herauszuholen – und das jeden Tag. Auf der Bühne: die Shaper von Saalbach Hinterglemm mit heuitgem Fokus auf Roland Hofer!

bike’n soul Magazin (B): Hallo Roli, bitte stelle dich kurz den bike’n soul Lesern vor!
 
Roli Hofer (R): Hallo, ich bin Roland Hofer, 34 Jahre alt, gebürtiger Bramberger und wohne seit einigen Jahren in Hinterglemm. Mit der Arbeit als Shaper habe ich meinen Traumberuf gefunden, da ich meine Leidenschaft für die Berge voll ausleben kann. Und außerdem: ich arbeite im lässigsten Bike-Gebiet von Österreich.

B: Du bist ein begnadeter Snowboarder und warst sogar auf der Freeride World-Tour unterwegs. Kannst du auch im Sommer von deinen Erfahrungen profitieren?
 
R: Logisch, beim Freeriden im Winter ist man auch immer auf der Suche nach der perfekten Line. Das „Gelände lesen“ ist eigentlich das Wichtigste beim Freeriden und dieses Wissen kann ich ideal beim Shapen der Trails nutzen.
 
B: Wie muss man sich so einen typischen Tag am Berg vorstellen? Seid ihr eigentlich bei jedem Wetter auf den Trails?
 
R: Als erstes machen wir eine Kontrollfahrt auf allen Trails. Hier kontrollieren wir, ob die Holzstege, Beschilderungen und Zäune noch heil sind oder ob es Gefahrenstellen gibt. Sicherheit und Kontrolle ist bei dieser actiongeladenen Sportart sehr wichtig.
Weiter geht’s dann mit Wartungsarbeiten und Reparaturen. Jede Strecke wird spätestens alle zwei Tage „geshaped“.
 
B: Wie entstehen gewisse Innovationen auf den Trails? Sind hierfür die Shaper verantwortlich oder folgt das mit Abstimmung anderer Institutionen?
 
R: Wir versuchen, gemeinsam mit den zuständigen Organisationen die Strecken immer zu verbessern und das Beste aus ihnen herauszuholen. Hier sprechen wir natürlich auch viel mit den Fahrern. Leider ist die Umsetzung oft nicht so einfach und man kann es auch nicht immer so verwirklichen wie man es gerne möchte.
 
B: Könnt ihr nach belieben die Trails in den Berg „hauen“ oder habt ihr sehr wohl Einiges zu berücksichtigen, wie zum Beispiel Grundstückseigentümer?
 
R: Natürlich nehmen wir sehr wohl auf Grundstückseigentümer und ihre Wünsche Rücksicht. Auf unseren Strecken sind immer mehrere Besitzer, daher müssen wir auch Kompromisse eingehen. Der eine ist Feuer und Flamme und der andere hat wenig Interesse an einer neuen Streckenführung. Es wird sehr viel Wert auf eine schonende Einbindung in die Natur und den Naturschutz gelegt. Dies ist Grundlage für die Bewilligungen und den Bau der Strecke. Insgesamt sind wir aber glücklich, dass wir die Trails auf den bewirtschafteten Almen anlegen dürfen.
 
 
B: Warum werden an manchen Tagen die Strecken gesperrt? Ist das, weil ihr gerade arbeitet oder hat hier das Wetter oder andere Dinge ein Wörtchen mitzureden?
 
R: Gesperrt wird nur bei starkem Regen, wenn die Strecken sehr rutschig und knöcheltief werden. Natürlich auch bei Mäharbeiten, Forstarbeiten oder anderen größeren Baustellen auf der Strecke. Im Normalfall sind aber immer mindestens 3 Trails offen!
 
B: Danke für das Gespräch ...
 

Interessante Fortsetzung unserer Interviewreihe mit den Shapern im Bike-Circus Saalbach Hinterglemm. Mehr tolle Stories und Interviews findet man in unserem aktuellen bike'n soul Magazin - zum online-Schmökern einfach HIER klicken oder in einem der bike'n soul Betriebe die Printausgabe sichern!

Bildnachweis: Daniel Roos


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